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INHALT

Aufenthaltserlaubnis zur Gewährleistung des familiären Zusammenlebens

KREIS DER BERECHTIGTEN

Zur Gewährleistung des familiären Zusammenlebens können die Drittstaatsangehörigen eine Aufenthaltserlaubnis erhalten, die

·         Familienangehörige eines Drittstaatsangehörigen mit Aufenthaltserlaubnis, Einwanderungs-, Niederlassungs-, befristeter Niederlassungs- bzw. nationaler Niederlassungserlaubnis oder Niederlassungserlaubnis-Daueraufenthalt-EG oder einer Person mit Aufenthaltskarte oder ständiger Aufenthaltskarte laut Gesetz Nr. I von 2007 über die Einreise und den Aufenthalt von Personen, die über das Recht auf Freizügigkeit und freien Aufenthalt verfügen, (im Weiteren: Zusammenführender) sind;

·         Familienangehörige einer als Flüchtling bzw. zu schützende Person anerkannten Person sind (im Falle des Ehegatten einer als Flüchtling anerkannten Person kann der Ehegatte eine Aufenthaltserlaubnis zur Gewährleistung des familiären Zusammenlebens erhalten, wenn die Ehe vor der Einreise der als Flüchtling anerkannten Person auf das Territorium von Ungarn geschlossen wurde);

·         Eltern bzw. in Ermangelung dessen der Vormund eines als Flüchtling bzw. zu schützende Person anerkannten Minderjährigen ohne Begleitperson sind;

·         unterhaltsberechtigte Eltern des Zusammenführenden oder seines Ehegatten bzw. einer als Flüchtling anerkannten Person sind;

·         Geschwister und Verwandte gerader Linie des Zusammenführenden oder seines Ehegatten bzw. einer als Flüchtling oder zu schützende Person anerkannten Person sind, sofern sie infolge ihres Gesundheitszustandes nicht in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen.

 

BEGRIFFSERLÄUTERUNG

Drittstaatsangehörige: mit Ausnahme der über das Recht auf Freizügigkeit und freien Aufenthalt verfügenden Personen (EWR-Bürger bzw. Familienangehörige, die einen EWR-Bürger bzw. ungarischen Staatsangehörigen begleiten oder zu einer solchen Person kommen) die nichtungarischen Staatsangehörigen und Staatenlosen.

Staatenlose: Personen, die kein einziger Staat als Staatsangehörige nach seinem eigenen Recht anerkennt.

Flüchtlinge: die nichtungarischen Staatsangehörigen, die in ihrer Heimat oder im Land ihres gewöhnlichen Aufenthaltsortes wegen ihrer Rassen- bzw. nationalen Zugehörigkeit, ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder aber ihrer religiösen bzw. politischen Überzeugung verfolgt werden oder deren Furcht vor Verfolgung begründet ist.

Zu schützende Personen: die Ausländer, die nicht den Bedingungen für die Anerkennung als Flüchtling entsprechen, bei denen jedoch die Gefahr besteht, dass sie im Falle der Rückkehr in ihr Herkunftsland einem groben Unrecht ausgesetzt wären und den Schutz ihres Herkunftslandes nicht in Anspruch nehmen können oder dies in ihrer Angst vor einer Gefahr nicht möchten.

Familienangehörige:

·         der Ehegatte eines Drittstaatsangehörigen;

·         die mit dem Ehegatten gemeinsamen minderjährigen Kinder eines Drittstaatsangehörigen (einschließlich der Adoptiv- und Pflegekinder);

·         die unterhaltsberechtigten minderjährigen Kinder eines Drittstaatsangehörigen (einschließlich der Adoptiv- und Pflegekinder), über die der Drittstaatsangehörige das elterliche Sorgerecht ausübt;

·         die unterhaltsberechtigten minderjährigen Kinder des Ehegatten eines Drittstaatsangehörigen (einschließlich der Adoptiv- und Pflegekinder), über die der Ehegatte das elterliche Sorgerecht ausübt.

Kombinierte Erlaubnis: eine Aufenthaltserlaubnis, die einen Drittstaatsangehörigen auf dem Territorium von Ungarn zur Errichtung eines Beschäftigungsverhältnisses mit einem bestimmten Arbeitgeber und zum Aufenthalt berechtigt.

Einheitliches Antragsverfahren: ein Verfahren, das aufgrund des von einem Drittstaatsangehörigen eingereichten Antrags auf die Genehmigung seines Aufenthalts auf dem Territorium Ungarns von mehr als neunzig Tagen innerhalb eines Zeitraums von einhundertachtzig Tagen und die Errichtung eines Beschäftigungsverhältnisses mit einem bestimmten Arbeitgeber gerichtet ist.

 

EINREICHUNG DES ANTRAGS UND INFORMATIONEN IN VERBINDUNG MIT DEM VERFAHREN

Bedingung: Einreichung des ausgefüllten Formulars sowie der verbindlichen Anlagen bzw. Zahlung der Verfahrensgebühr 

Wir weisen darauf hin, dass man bei der Einreichung des Antrags persönlich bei der Behörde erscheinen muss, es sei denn, der Ausländer ist infolge seines Gesundheitszustandes nicht in der Lage, zu erscheinen. Wir informieren auch darüber, dass der Antrag auf Erteilung oder Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis, wenn der Ausländer neben dem familiären Zusammenleben in Ungarn auch eine Arbeit verrichten möchte, – im Falle eines besonderen Arbeitgebers – auch durch seinen zukünftigen Arbeitgeber eingebracht werden kann, wenn die Partei dem schriftlich zustimmt. In diesem Fall kann die fremdenpolizeiliche Behörde im Verfahren auch mit dem Arbeitgeber Kontakt halten, doch muss die Partei von allen Verfahrenshandlungen unterrichtet werden.

 

Als besondere Arbeitgeber werden angesehen:

- die Arbeitgeber, die über eine gültige Vereinbarung zur strategischen Partnerschaft mit der Regierung verfügen,

- die Arbeitgeber, die Drittstaatsangehörige aus Nachbarländern von Ungarn in den in einer Bekanntmachung des Volkswirtschaftsministeriums festgelegten Berufen in Ungarn beschäftigen möchten,

- die Arbeitgeber, die eine vom volkswirtschaftlichen Gesichtspunkt besondere Investition realisieren.

Bei der Einreichung des Antrags wird zur Ausstellung eines biometrische Daten enthaltenden, zum Aufenthalt berechtigenden Dokuments ein Passbild erstellt und werden bei einem Antragsteller über sechs Jahre die Fingerabdrücke abgenommen, was der Drittstaatsangehörige erdulden muss. Auch in den Fällen, in denen der Antrag auf Aufenthaltserlaubnis durch den Arbeitgeber eingebracht wird, muss die Partei zur obigen Datenaufnahme und zur Durchführung von sonstigen Verfahrenshandlungen bei Aufforderung der Behörde persönlich bei der vorgehenden Behörde erscheinen.

Der Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis ist – mit der gesetzlich festgehaltenen Ausnahme – bei dem Konsularbeamten oder an einem zur Übernahme des Antrags auf Aufenthaltserlaubnis ermächtigten anderen Ort einzureichen, der im Land laut dem ständigen oder gewöhnlichen Aufenthaltsort bzw. der Staatsangehörigkeit des Antragstellers tätig ist bzw. betrieben wird. Die Erteilung eines zur Übernahme der Aufenthaltserlaubnis berechtigenden Visums kann der Drittstaatsangehörige vor der Einreise – ohne Einreichung eines darauf gerichteten gesonderten Antrags – in seinem Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis beantragen.

Der Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zur Gewährleistung des familiären Zusammenlebens wird, wenn der Drittstaatsangehörige auch ein Beschäftigungsverhältnis errichten möchte, von der vorgehenden Behörde im Rahmen eines einheitlichen Antragsverfahrens entschieden.

Die detaillierte Information über das einheitliche Antragsverfahren können Sie einsehen, indem Sie hier klicken.

Gibt die Regionaldirektion dem Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis statt, erlaubt sie gleichzeitig auch die Erteilung eines zur Übernahme der Aufenthaltserlaubnis berechtigenden Visums, wovon sie den Konsularbeamten benachrichtigt. Das zur Übernahme der Aufenthaltserlaubnis berechtigende Visum wird – aufgrund der Entscheidung der Regionaldirektion – vom Konsularbeamten erteilt.

Wir weisen des Weiteren darauf hin, dass das zur Übernahme der Aufenthaltserlaubnis berechtigende D-Visum den Drittstaatsangehörigen zur einmaligen Einreise und zu einem Aufenthalt von 30 Tagen berechtigt, weshalb wir vorschlagen, nach Ihrer Einreise nach Ungarn zur Übernahme der Aufenthaltserlaubnis und zur Anmeldung der Unterkunft in Ungarn möglichst bald bei der laut Ihrer zukünftigen Unterkunft zuständigen Regionaldirektion des Amt für Einwanderung und Asyl zu erscheinen.

Neben der Einreichung eines Antrags auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis an einem der Regel entsprechenden Ort (ungarische Auslandsvertretungen) regelt das ungarische Recht auch die Möglichkeit zur Einbringung eines Antrags auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis im Inland. Der sich auf dem Territorium von Ungarn aufhaltende Drittstaatsangehörige kann seinen Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis auch bei der laut seiner Unterkunft zuständigen Regionaldirektion einreichen, wenn ein besonders zu berücksichtigender Umstand die Antragstellung im Inland begründet oder das Ziel des Aufenthalts von mehr als neunzig Tagen innerhalb eines Zeitraums von einhundertachtzig Tagen die Forschung ist oder er sich als Staatsangehöriger eines in Anlage II der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 aufgeführten Staates oder zusammen mit einem solchen Drittstaatsangehörigen als Familienangehöriger rechtmäßig auf dem Territorium von Ungarn aufhält. Ein besonders zu berücksichtigender Umstand ist insbesondere eine Tatsache im Zusammenhang mit der Heilbehandlung, der Familienzusammenführung oder der Erwerbstätigkeit, die aus einem vom Drittstaatsangehörigen nicht verschuldeten Grund eingetreten ist und die Antragstellung an einem den in einer Rechtsnorm festgelegten allgemeinen Bedingungen entsprechenden Ort behindert.

Der Antrag auf Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis muss spätestens 30 Tage vor Ablauf der Aufenthaltsberechtigung bei der laut der Unterkunft zuständigen Regionaldirektion unter gleichzeitiger Beilegung der Dokumente, persönlich eingereicht werden. Bei der Einreichung des Antrags ist das gültige Reisedokument vorzulegen. Wenn der Zweck des Aufenthalts des Drittstaatsangehörigen die Gewährleistung des familiären Zusammenlebens ist, muss die Gültigkeitsdauer seines Reisedokuments höchstens den Zeitraum des genehmigten Aufenthalts abdecken.

Der Familienangehörige des als Flüchtling anerkannten Drittstaatsangehörigen muss – in Bezug auf das Bestehen der nachfolgend detailliert aufgeführten Bedingungen – die Verfügung über eine Unterkunft oder einen Wohnsitz bzw. eine Wohnmöglichkeit wie auch das Bestehen der den Lebensunterhalt sowie die Kosten seiner Weiter- oder Rückreise sichernden finanziellen Deckung, den Umstand, dass die medizinischen Versorgungsleistungen voll und ganz abgesichert sind, oder die Tatsache, dass er die Kosten seiner medizinischen Versorgung sicherstellen kann, nachweisen, wenn zwischen der Anerkennung als Flüchtling und der Antragstellung der Familienzusammenführung ein Zeitraum von mehr als drei Monaten vergangen ist.

Ich informiere auch darüber, dass die obigen Vergünstigungen im Falle eines durch den Familienangehörigen eines als zu schützende Person anerkannten Drittstaatsangehörigen eingereichten Antrags auf Aufenthaltserlaubnis nicht angewendet werden dürfen.

Im Falle eines bei der Auslandsvertretung eingebrachten Antrags beträgt die Verwaltungsleistungsgebühr des Verfahrens auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis 60 Euro, die bei der Auslandsvertretung in erster Linie in Euro oder einer anderen konvertierbaren Währung und im Ausnahmefall mit den gesetzlichen Zahlungsmitteln des Staates laut dem Ort der Einreichung des Antrags zu entrichten sind. Bei einer Einreichung im Inland beträgt die Verwaltungsleistungsgebühr des Verfahrens 18.000 Forint bzw. die Verwaltungsleistungsgebühr des Verfahrens zur Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis 10.000 Forint, die der Antragsteller in Form von Stempelmarken entrichten muss.

Die Regionaldirektion entscheidet den Antrag für eine Aufenthaltserlaubnis zur Gewährleistung des familiären Zusammenlebens innerhalb von 21 Tagen. Die Partei kann beantragen, dass ihr die fremdenpolizeiliche Behörde das Dokument der Aufenthaltserlaubnis per Post zuschicken soll, bzw. kann sie es auch persönlich übernehmen.

Ich informiere darüber, dass die fremdenpolizeiliche Behörde bei den nach dem 1. Januar 2016 eingebrachten Anträgen in den Angelegenheiten, bei denen die für das Verfahren maßgebende Bearbeitungsfrist unter zwei Monaten oder sechsundsechzig Tagen liegt, unter Berücksichtigung der Regeln des sog. abgekürzten Verfahrens vorgeht. Wenn der Behörde alle notwendigen Bedingungen zur Klärung des Sachverhalts zwecks Entscheidungsfindung zur Verfügung stehen, muss die Behörde sofort, doch spätestens nach acht Tagen eine Entscheidung fällen. Sollten die Bedingungen des abgekürzten Verfahrens nicht bestehen (wenn nicht alle Daten zur Verfügung stehen, erfolgt z. B. eine Mängelbeseitigung bzw. die Anforderung von inländischer Amtshilfe), wird ein Verfahren mit allgemeiner Frist durchgeführt. In diesem Fall fällt die Behörde innerhalb von acht Tagen nach Eingang des Antrags auf Einleitung des Verfahrens eine Entscheidung mit offener Wirkung, in der sie die Partei davon in Kenntnis setzt, dass sie, sofern sie nach Ablauf von 60 Tagen nach Eingang des Antrags in der Angelegenheit keine sachbezogene Entscheidung fällt, der Partei die Verfahrensgebühr zurückerstattet und sie von der Zahlung weiterer Kosten befreit. Die fremdenpolizeiliche Behörde fällt keine Entscheidung mit offener Wirkung, wenn sie innerhalb von 8 Tagen nach der Einleitung des Verfahrens eine sachbezogene Entscheidung fällt oder das Verfahren aussetzt oder das Verfahren einstellt oder den Antrag ohne sachbezogene Prüfung abweist. Die Regeln des abgekürzten Verfahrens müssen nicht angewendet und keine Entscheidung mit offener Wirkung gefällt werden, wenn am Verfahren eine Fachbehörde beteiligt ist oder die fremdenpolizeiliche Behörde zum Schutz der öffentlichen oder nationalen Sicherheit die Meinung der in einer gesonderten Rechtsnorm festgelegten Behörde anfordert.

 

Ein Rechtsmittel gegen eine ablehnende Entscheidung ist zulässig und kann innerhalb von 8 Tagen nach der Übermittlung bei der in erster Instanz entscheidenden Behörde bzw. bei der Auslandsvertretung laut dem Ort der Antragstellung eingereicht werden. Wenn sich die Partei in ihrer Berufung auf eine Tatsache beruft, von der sie vor der Entscheidung Kenntnis hatte, oder sie die Berufung ohne Begründung einreicht, wird die Berufung ohne sachbezogene Prüfung von der in erster Instanz entscheidenden Behörde abgewiesen.

Die Verwaltungsleistungsgebühr der Berufung beträgt 5.500 Forint, die in Stempelmarken zu entrichten sind. Die Verwaltungsleistungsgebühr einer bei der Auslandsvertretung eingebrachten Berufung beträgt 20 Euro.

 

FORMULARE

Das Antragsformular können Sie unter dem folgenden Link downloaden:

- Antrag auf Aufenthaltserlaubnis zur Gewährleistung des familiären Zusammenlebens

- Antrag auf Ersatz des Aufenthaltsdokuments

- Antrag auf Umtausch des Aufenthaltsdokuments

 

Handschriftlich ausfüllbare pdf-Formulare

- Antrag auf Aufenthaltserlaubnis zur Gewährleistung des familiären Zusammenlebens

- Antrag auf Ersatz des Aufenthaltsdokuments
- Antrag auf Umtausch des Aufenthaltsdokuments


VERBINDLICHE ANLAGEN

DOKUMENTE ZUM NACHWEIS DES AUFENTHALTSZWECKS

Das familiäre Zusammenleben als Aufenthaltszweck kann wie folgt nachgewiesen werden:

·         mit einer Geburtsurkunde;

·         mit einer Heiratsurkunde;

·         mit einem Dokument über die Adoption;

·         mit einem Dokument zum Nachweis des Bestehens einer sonstigen Familienbeziehung.

Wir weisen auch darauf hin, dass im Ausland ausgestellte öffentliche Urkunden bzw. durch ausländische Gerichte, Verwaltungsorgane, Notare oder andere, mit einer öffentlichen Glaubhaftigkeit ausgestattete Personen beglaubigte Privaturkunden – sofern aus der Rechtsnorm, dem internationalen Vertrag bzw. der Gegenseitigkeitspraxis bezüglich der Gruppe von Angelegenheiten nichts anderes folgt – nur dann über eine Beweiskraft laut ungarischem Gesetz verfügen, wenn sie von der im Staat laut dem Ort der Ausstellung tätigen ungarischen Auslandsvertretungsbehörde mit einer diplomatischen Superlegalisation versehen wurden. Eine nicht in ungarischer Sprache ausgestellte Urkunde kann – wenn die auf diese Gruppe von Angelegenheiten bezogene Rechtsnorm nichts anderes verfügt – nur mit einer beglaubigten ungarischen Übersetzung versehen akzeptiert werden.

Bei der Familienzusammenführung mit einer als Flüchtling oder als zu schützende Person anerkannten Person kann das Bestehen der Familienbeziehung auf jede glaubhafte Art und Weise – insbesondere mit einem DNS-Test – nachgewiesen werden. Die zum DNS-Test notwendige Probenentnahme erfolgt im Beisein des Vertreters der Regionaldirektion oder des Konsularbeamten. Weist der Drittstaatsangehörige das Bestehen der Familienbeziehung aufgrund eines im Ausland vorgenommenen DNS-Tests nach, sucht die Regionaldirektion zur Annahme des Nachweises das Sachverständigen- und Forschungsinstitut in Strafsachen auf, das ein Gutachten erstellt. Alle in Verbindung mit dem DNS-Test auftretenden Kosten trägt der Antragsteller.

 

DOKUMENTE ZUM NACHWEIS DES LEBENSUNTERHALTS IN UNGARN

Der Drittstaatsangehörige verfügt über die für einen Aufenthalt von mehr als neunzig Tagen innerhalb eines Zeitraums von einhundertachtzig Tagen erforderliche finanzielle Deckung, wenn er selbst oder sein Familienangehöriger für ihn aus dem ihm zur Verfügung stehenden, rechtmäßig erworbenen Einkommen bzw. Vermögen die Kosten des Lebensunterhalts, der Wohnung, der Ausreise sowie bei Bedarf der medizinischen Versorgung des Drittstaatsangehörigen sicherstellen kann.

Der Lebensunterhalt kann insbesondere wie folgt nachgewiesen werden:

·         mit einer in eine notarielle Urkunde gefassten, den Unterhalt und die Versorgung des Antragstellers sichernden Erklärung des aufnehmenden Familienangehörigen sowie mit einem Dokument zur Bestätigung der Unterhaltsfähigkeit der den Unterhalt übernehmenden Person;

·         mit der vorjährigen steuerbehördlichen Einkommensbescheinigung des Familienangehörigen oder des Antragstellers;

·         mit einer durch den Arbeitgeber ausgestellten Einkommensbescheinigung;

·         mit dem Nachweis eines ungarischen Bankkontos des Familienangehörigen oder des Antragstellers;

·         mit der Arbeitgeber- und/oder steuerbehördlichen Bescheinigung über ein aus dem Ausland gezahltes regelmäßiges Einkommen;

·         mit einem sonstigen Dokument.

 

DOKUMENTE ZUM NACHWEIS DES VORHANDENSEINS EINER UNTERKUNFT IN UNGARN

Als Unterkunft in Ungarn kann die im Grundbuch unter der Bezeichnung „Wohnhaus“ oder „Wohnung” registrierte Immobilie, eine andere, zum Wohnen geeignete Immobilie (mindestens 6 m2 Wohnfläche pro Person) oder eine den in einer Rechtsnorm festgelegten Bedingungen entsprechende gewerbliche oder sonstige Unterkunft akzeptiert werden.

Das Vorhandensein einer Unterkunft in Ungarn kann wie folgt nachgewiesen werden:

·         mit einem Wohnungsmietvertrag zum Nachweis des Mietverhältnisses;

·         mit einem Dokument über die Wohnungsnutzung aus Gefälligkeit;

·         mit einem Dokument zum Nachweis des Eigentumsrechts der Wohnung bzw. mit einer Abschrift des Grundbuchblattes, die nicht älter als 30 Tage ist;

·         mit einem gültigen Einladungsschreiben, das mit einer behördlichen Zustimmung versehen ist;

·         mit einem Dokument zum Nachweis des Vorhandenseins einer reservierten und bezahlten Unterkunft;

·         mit der in einer notariellen Urkunde festgehaltenen, dem Antragsteller eine Möglichkeit zum Wohnen sichernden Erklärung des auf dem Territorium von Ungarn über ein Aufenthaltsvisum oder eine Aufenthaltserlaubnis, über eine Rechtsstellung als eingewanderte oder niedergelassene Person bzw. laut eines gesonderten Gesetzes über eine Aufenthaltskarte oder ständige Aufenthaltskarte verfügenden bzw. als Flüchtling anerkannten Familienangehörigen oder

·         mit dem Immobilienkaufvertrag und der Kopie des Beschlusses der den Immobilienerwerb genehmigenden zuständigen Regierungsbehörde der Hauptstadt oder des Komitats;

·         mit einem sonstigen Dokument.

 

DOKUMENTE ZUM NACHWEIS DES BESTEHENS EINER UMFASSENDEN KRANKENVERSICHERUNG

Bei der Einreichung eines Antrags auf Aufenthaltserlaubnis müssen Sie mit einem Dokument nachweisen, dass Sie für den gesamten Bereich der medizinischen Versorgungsleistungen als versichert angesehen werden (und insbesondere aufgrund eines gesonderten Gesetzes über die Sozialversicherung, eines internationalen Vertrags oder einer Sondervereinbarung zur Inanspruchnahme der Leistungen des Gesundheitswesens berechtigt sind) oder Sie die Kosten ihrer medizinischen Versorgung aus der zur Verfügung stehenden finanziellen Deckung sicherstellen können.

 

DOKUMENTE ZUM NACHWEIS DER BEDINGUNGEN DER AUSREISE

Die Bedingungen der Ausreise können wie folgt nachgewiesen werden:

·         mit einem gültigen Reisepass oder mit den zur Einreise in das vom Drittstaatsangehörigen angegebene Land oder zur Rückreise in das Ausgangsland benötigten Genehmigungen und

·         mit einem gültigen Fahrschein bzw. den zu dessen Kauf notwendigen finanziellen Mitteln oder mit einem in der rechtmäßigen Nutzung des Ausländers befindlichen Verkehrsmittel.

Der Drittstaatsangehörige muss gleichzeitig mit der Einreichung des Antrags eine Erklärung dazu abgeben, ob er sich bei einer Ablehnung des Antrags bereit erklärt, das Gebiet der Mitgliedstaaten der Europäischen Union freiwillig zu verlassen.

Außer den verbindlichen Anlagen kann die fremdenpolizeiliche Behörde Sie im Laufe des Verfahrens zur Klärung des Sachverhalts noch zur Einreichung weiterer Dokumente auffordern! Der Zeitraum von der Aufforderung zur Mängelbeseitigung bis zu deren Erfüllung wird nicht auf die Bearbeitungsfrist angerechnet.

 

GÜLTIGKEITSDAUER

Die Gültigkeitsdauer der Aufenthaltserlaubnis zur Familienzusammenführung beträgt:

- höchstens vier Jahre und kann jeweils um höchstens vier Jahre verlängert werden, wenn der Zusammenführende eine Blaue Karte EU besitzt,

- höchstens fünf Jahre und kann jeweils um höchstens fünf Jahre verlängert werden, wenn der Zusammenführende angesichts der Blauen Karte EU über eine Niederlassungserlaubnis-Daueraufenthalt-EG verfügt oder

- höchstens mit Ausnahme der oben genannten Fälle drei Jahre und kann jeweils um höchstens drei Jahre verlängert werden.

Die Gültigkeitsdauer der zur Gewährleistung des familiären Zusammenlebens erteilten Aufenthaltserlaubnis darf die Gültigkeitsdauer der Aufenthaltserlaubnis des Zusammenführenden nicht übersteigen. Besitzt der Zusammenführende eine Blaue Karte EU, stimmt die Gültigkeitsdauer der zur Familienzusammenführung erteilten Aufenthaltserlaubnis mit der Gültigkeitsdauer der Blauen Karte EU des Zusammenführenden überein.

Bei der Bestimmung der Gültigkeitsdauer der Aufenthaltserlaubnis muss auch die Gültigkeitsdauer des Reisepasses berücksichtigt werden. Die Gültigkeitsdauer der zur Familienzusammenführung erteilten Aufenthaltserlaubnis darf auch unter Berücksichtigung der oben festgelegten Zeiträume nicht über der Gültigkeitsdauer des Reisedokuments des Antragstellers liegen.

 

VERBUNDENE RECHTE UND PFLEGEN

- Auf dem Gebiet der Schengen-Staaten ist man im Besitz einer gültigen Aufenthaltserlaubnis zu einer visumfreien Einreise und einem Aufenthalt von bis zu neunzig Tagen innerhalb eines Zeitraums von einhundertachtzig Tagen berechtigt.

- Man ist zur Betreibung einer Erwerbstätigkeit wie auch zur Ausübung einer Beschäftigung berechtigt.

Zu beachten ist jedoch, dass jener Umstand, wonach Sie ein Beschäftigungsverhältnis errichten möchten, bei der nach ihrer Unterkunft zuständigen Regionaldirektion des Amt für Einwanderung und Asyl angemeldet werden muss, damit eine kombinierte Erlaubnis erteilt werden kann.

Den Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zur Gewährleistung des familiären Zusammenlebens entscheidet die vorgehende Behörde im Rahmen eines einheitlichen Antragsverfahrens, wenn der den Antrag für eine Aufenthaltserlaubnis einbringende Drittstaatsangehörige mit einem bestimmten Arbeitgeber eine auf die Errichtung eines Beschäftigungsverhältnisses gerichtete Arbeit verrichten möchte. Die detaillierte Information über das einheitliche Antragsverfahren kann eingesehen werden, wenn Sie hier klicken. Im einheitlichen Antragsverfahren geht – um festzustellen, ob sie die Arbeitsaufnahme des Drittstaatsangehörigen in Ungarn fördert – im Verfahren erster Instanz in der Regel die nach dem Ort der Arbeitsverrichtung zuständige Regierungsbehörde der Hauptstadt bzw. des Komitats bzw. im Verfahren zweiter Instanz der für die Beschäftigungspolitik verantwortliche Minister als Fachbehörde vor, so dass die Einholung einer gesonderten Arbeitserlaubnis nicht notwendig ist.

- Der Drittstaatsangehörige weist die Tatsache der Anmeldung der Unterkunft mit dem Zweitexemplar des Meldescheins nach. Den über die Meldung der Unterkunft erhaltenen Nachweisschein muss der Drittstaatsangehörige bei sich haben und aufbewahren. Der Drittstaatsangehörige muss eine Änderung seiner Unterkunft innerhalb von drei Tagen bei der nach der Unterkunft zuständigen Regionaldirektion anmelden.

- Wird bei einem über eine Aufenthaltserlaubnis verfügenden Drittstaatsangehörigen auf dem Territorium von Ungarn ein Kind mit Drittstaatsangehörigkeit geboren, ist diese Tatsache unter Mitteilung folgender Daten anzumelden:

·  der gesetzlich festgelegten natürlichen Identifikationsdaten des Kindes;

·  der Identifikationsdaten des Reisedokuments des Kindes;

·  der Anschrift der Unterkunft oder der Wohnanschrift des Kindes.

- Der Drittstaatsangehörige muss den Verlust, die Entwendung oder die Vernichtung seines Reisedokuments sowie seiner zum Aufenthalt berechtigenden Erlaubnis unverzüglich bei der fremdenpolizeilichen Behörde (der Regionaldirektion des Amt für Einwanderung und Asyl, der Polizeidirektion oder im Falle eines Auslandsaufenthalts der zuständigen ungarischen Auslandsvertretung) melden. Über die Meldung stellt die fremdenpolizeiliche Behörde eine Bescheinigung aus. Über ein verloren geglaubtes und nach der diesbezüglichen Meldung wiedergefundenes Reisedokument ist die fremdenpolizeiliche Behörde unverzüglich zu informieren.

 

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